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krimi revue: vermisst, Alexandra Walch, 17

Hary Prinz als Lenz in 'Vermisst'
Hary Prinz als Lenz in ‘Vermisst’

Der Titel sagt schon alles: es geht um ein hübsches junges Mädchen, welches ausgerechnet am Vorabend ihres 17. Geburtstags verschwindet. Der Inhalt bei den diversen TV Stationen und Magazinen nehmen es an sich, auch eine Erklärung abzugeben, warum manche mit Deutschem Akzent sprechen im Österreichischen Krems, wo Alexandra und ihre Familie wohnen. Sind wir gewohnt in Österreich.

Das erste was mir eingefallen ist, während den ersten Sekunden dieses Zweiteilers: die Dänische Serie, Das Verbrechen, wo sich alles um den Tod der 19-jährigen Schülerin Nanna Birk Larsen dreht. Muss Absicht gewesen sein. Diese erste Staffel mit der wortkargen Sarah Lund war so gut, so souverän gemacht, man kann es ruhig als Bauplan fur beklemmend spannende Krimi-Unterhaltung ran nehmen. Mir lieber als lahme Original-Ideen.

Richy Mueller, Ann-Katrin Kramer in Vermisst
Richy Mueller, Ann-Katrin Kramer in Vermisst
Vermisst, Alexandra Walch, 17 nimmt den Zuschauer an der Hand, kopf über und rein in die Anatomie einer Vermissten Anzeige. Die Ereignisse, das Warten, die Ungewissheit der ganzen Familie, ist hoch konzentriertes Nägelbeisen kombiniert mit Wegschauen und Ohren zuhalten. Man will nicht wahr haben, was aller Wahrscheinlichkeit nach passieren wird. Mich hats geschaudert.  Wie kann es passiert? Warum? Wieso? Was hab ich falsch gemacht? Wäre sie doch nicht aus dem Auto ausgestiegen.. Kurz: stark gemacht.

Julia Koschitz, Hary Prinz Vermisst
Julia Koschitz, Hary Prinz
Vermisst
Sobald die Kriminalpolizei an board kommt, war ich freudig überrascht. Keine Klichees, keine Echte Wiener Klamauk Truppe gehen unter. Kommissar Lenz (Hary Prinz) war geradlinig, verhalten, gut. Von der Chemie zwischen Lenz und seiner Partnerin Lisa (Julia Koschitz) her vielleicht ein wenig fad aber irgend wie hats doch gepasst zwischen den beiden. Die Regie sei an dieser Stelle zu erwähnen, denn sie war hervorragend.

Die Besetzung ist gut und Regisseur Andreas Prochaska weiss wie er was rausholen kann ohne Pathos und leidiges over acting. Die Dramatik lag in den Details, klein, fein, umso stärker. Da war Richy Müller als Vater perfekt besetzt.

Hilft natürlich wenn das Drehbuch auch passt – in diesem Fall, basierend auf der spanischen Fernsehserie Desapar, und adaptiert von Andreas Prochaska und Agnes Pluch. Gut gemacht. Eine erschreckende Mitverfolgung einer Anatomie einer Familien Tragödie. Ein Klassiker unter den Krimis was heisst: kann man sich immer wieder anschauen.

Erster Teil gesehen in der ORF Mediathek am 9.9.2015. Zweiter Teil wird am kommenden Freitag, 11.9.2015 ausgestraht und ist danach sieben Tage lang abzurufen.

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krimi revue: Tatort Wien “gier”

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Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser

Nicht jeder Wiener spricht im Dialekt. Und nicht jeder “Wiener”, der nach der Schrift spricht, ist ein Deutscher. Aber in der Krimi Landschaft kommts mir vor, gibt es nur diese zwei Arten des Wieners: einer, der “deppat” sagt und der andere, der “kucken wir mal” sagt, als ob ein Deutscher den Wienern lehren muss wie man Hochdeutsch spricht. Es gäbe auch etwas dazwischen: nämlich das schöne weiche Wienerisch, nach der Schrift, aber ohne den üblichen “heast euda geh scheissen”.
Kommen wir nun zum Tatort made in Austria: Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer sind die Wiener Kommissare Bibi Fellner und Moritz Eisner. Besser noch, Frau Fellner ist Major. Sicher ein Rang, welches es nur in Österreich gibt. Dieses Mal ermittlen die beiden auf Wunsch des Chefs, denn während seiner Geburtstagsfeier, kriegt der Patensohn (also,der Ehemann vom Patenkind vom Polizei Chef. So.) einen Anruf: seine Frau hatte einen Arbeitsunfall in einer Chemiefabrik. Sie stirbt. Obwohl es eigentlich eine Sache der Arbeitsaufsichtsbehoerde ist, wird auf Wunsch des Chefs ermittelt und so stossen unsere Wiener Helden auf Ungereimtheiten – eh klar. Fehlerhafte Schutzbekleidung? Vielleicht. Dann kommt ein Mord hinzu.  Der Liebhaber von der Frau, wo der Mann in der geschlossenen Psychiatrie sitzt, muss dran glauben.

“Tatort”, “Gier.” Michael Masula als Viktor Perschawa

Peter Wendler, verhinderter Chef des Wendler Konzerns und Lieferant der Schutzbekleidung, dessen Frau eine Affäre mit der Rechtsberatung des Konzerns hat, ist nämlich ein abnormer Rechtsbrecher. Peter Wendler, hervorragend gespielt von Anian Zollner, hat seiner Zeit versucht, seine Frau umzubringen, wird aber bald entlassen. Spannend.

Offensichtlich hat sich Herr Zollner nicht an die Regieanweisungen von Robert Dornhelm gehalten, denn er war das Beste am ganzen Tatort. Gut so. Denn, als Sabrina Wendler, gespielt von Maria Köstlinger, konfrontiert wird mit dem Tod ihres Geliebten, heult sie so erbärmlich künstlich, ich dachte es kommt jetzt das Schroffengericht und verhängt eine Schauspielabstinenz Strafe für Frau Köstlinger. Es kommt schon eine unerwartete Wendung. Aber anders als man dachte. Mir wäre vorgeschwebt, sie wird verhaftet wegen zu schlechtem schauspielern.

Die grösste Schuld trägt Herr Hollywood Dornhelm. Wirklich, er sollte besser wissen. Aber die ganze G’schicht ist so hölzern gespielt, da kann man nur lachen. Oder weinen. Je nachdem. Das Drehbuch war nicht berühmt aber man hätte etwas besseres draus machen können.

Ich mag die zwei Kommissare, besonders Adele Neuhauser ist sympatisch. Man wünscht sich weniger seichtem Dialog und kleverer Inszenierung. Tatort ‘gier’ sehenswert nur wegen Anian Zollner. Den hoch intelligenten abnormen Verbrecher nam man ihm zu hundert prozent ab.

“Tatort”, “Gier.” Anian Zollner als Peter Wendler

Regie: Robert Dornhelm

Buch: Verena Kurth

erste Ausstrahlung: ARD, 7.Juni 2015

Tatort ‘gier’ zu sehen auf youtube